Minilecture zum Thema:
„Gestaltperspektiven bei Krebsgeschehen“, gehalten auf der 10. Konferenz des Europ. Verbandes für Gestalttherapie (EAGT) am 10.09.2010 in Berlin.

Kurzform Beschreibung Inhalt aus der Ankündigung im Kongreßprogramm:
Ich werde eine Darstellung verschiedener Beiträge zum psychosomatischen Heilungsansatz bei Krebserkrankungen – wie in der Literatur und von Betroffenen geschildert – geben und meinen eigenen Heilungsprozeß mit einbeziehen. Die Aussage meines schulmedizinischen ärztlichen Begleiters: „Bedenken Sie, Krebs ist keine psychosomatische Erkrankung“ soll Anlaß zu kritischen Fragestellungen sein. Eine rege Diskussion ist erwünscht.

I. Einleitung
Sie kommen zu einem Minilecture: „Wieviel „Psychosomatik" bei Krebserkrankungen?"
So habe ich meinen Beitrag vor fast eineinhalb Jahren betitelt, und ich spreche in der Ankündigung von meinem eigenen "Heilungsprozess". Damals war ich euphorisch gestimmt, wegen dem guten Ergebniss meiner diversen psychologischen und Gestalttherapeutischen Bemühungen bei der Eindämmung meiner Brustkrebserkrankung, insbesondere nach dem Verschwinden von Rezidiven (neue Geschwüre). In der Zwischenzeit ist meine Euphorie einer umfassenderen Sichtweise gewichen, nicht zuletzt durch weitere Symptombildungen in meinem Krebsgeschehen. Daher möchte ich nun umtiteln in:

"Lost in Transformation in the process of cancer?"
"Verloren im Wandlungsgeschehen bei Krebs?“

Die inhaltliche Beschreibung dieses neuen Titels klingt dann jetzt so:
Mitteilungen über meine Erfahrungen und Nachforschungen zum Thema "Selbstheilung" beziehungsweise "Selbstorganisation des Organismus" im Verlauf eines Krebsprozesses. Dies mit dem achtsamen Blick der betroffenen Gestaltfrau - nämlich von mir -, die in den verschiedenen Stationen des Prozesses sowie in der Durchsicht von Literatur die Anwendung von Gestalttheorie und -praxis als außerordentlich erhellend und hilfreich erfahren hat.

Der Begriff Psychosomatik bei Krebs erweitere ich zu "Das heilsame (Gestalt) -Feld" bei Krebs. (Merken Sie, dass ich das Wort Krebserkrankung vermeide? Warum –dazu später).

II. Lost in Transformation? (Tagungsthema!)
Lost in decisions!
In Abwandlung des Tagungsthemas möchte ich den Aspekt „verloren in Entscheidungen“ hinzunehmen. Auch möchte ich von Wandlungsprozess statt Heilung sprechen.
Ich beziehe mich zum Einstieg in mein nun neu formuliertes Thema zunächst auf einen Satz aus dem Grußwort von Peter Schulthess im Programmheft dieses Kongresses: "Where are the limits between changing, integrating, growing, and loosing identity?“ (Wo sind die Übergänge zwischen sich wandeln, integrieren, wachsen und die Identität verlieren?)
Mit dem - wohl meistens schockhaftem - Eintreten in eine Krebszeit – (alles andere wird schnell die Vorkrebszeit) - gerät der/die Betroffene nämlich sehr schnell in Gefahr "Identität zu verlieren": von jetzt auf nun wirst du zur Krebspersönlichkeit umdefiniert, nichts ist scheinbar mehr so wie es vorher war. Alle Kaliber der modernen Schulmedizin werden Dir präsentiert, schnell sollst du dich entscheiden, aber "entscheiden" sollst du! Da bist du schon zu Beginn enorm "lost in decision“; zumal als Gestaltfrau, die überzeugt davon ist, dass lebenswichtige Entscheidungen druckfrei abwägend, emotional durchlebt getroffen werden sollten. Jetzt aber wird suggeriert, dass keine Zeit zu verlieren ist, Entscheidungen schnell fallen müssen. Typischer Ausdruck (absolut wohlmeinend) einer Diagnostikärztin nach Sichtung der digitalen Befunde: "Frau Schumann-Sorge, es besteht Handlungsbedarf". Alle wichtigen Phasen der gestaltischen Kontaktkurve hin zur Handlung werden somit übersprungen. In solchen Momenten bedarf es höchster Konzentration, um die eigene Identität nicht auf den Schlag zu verlieren!

Zu den beiden Begriffen Lost und Transformation im Einzelnen:
1. Lost - verloren
(1) als Einzelne/Einzelner im Krebsprozess bist du ohne Unterstützungssystem wahrlich "verloren".
Das Wort „support" hat in dieser Lage eine neue existenzielle Bedeutung: ich nenne
• an erster Stelle Menschen die einfühlend begleiten ohne Entscheidungsdruck und ohne Richtungsangaben für eine bestimmte Entscheidung (vgl., erstes Drittel des Kontakt-Zyklus)
• zweitens Informationen aller Art über Zellgeschehen, Biologie, Neurobiologie, schulmedizinische und unkonventionelle Therapiemöglichkeiten inklusive Ernährung. (=Vorentscheidungsphase Kontakt  Handlung)
• drittens sofortiger Zugriff auf die Ressourcen meiner positiven bisherigen Lebenserfahrungen. Bei mir an dieser Stelle insbesondere die tiefe Überzeugung und Erfahrung zur Wirksamkeit des Gestaltweges hin zu Veränderung und neuen kreativen Lösungen. (=Hintergrund biografisch) d.h. wie habe ich bisher Krisen bewältigt?
Dabei Stärkung der eigenen Resilienz, Achtsamkeit, Zugang zu Träumen, Polaritäten, Engpasserfahrungen und mein Rückgriff auf die fast vierzigjährige Praxiserfahrung mit psychosomatisch belasteten Klient/Innen "Gestalt wirkt!"
(2) Verloren bin ich auch mit der Illusion:
es gäbe ein Richtig und Falsch in meinen Entscheidungen.
Auch hier wieder die Hilfe aus der Gestaltphilosophie: es gibt keine Sicherheit in der Entscheidung und für deren Folgen.
"Mit Sicherheit
in der Unsicherheit
Sicherheit finden"
so lautet noch immer ein Grundsatz in unserer Arbeit im Arbeitskreis kritische Gestalttherapie - AKG.
Diesen Satz im Falle einer Krebsdiagnose Wert zu schätzen, fällt verdammt schwer! Und doch gilt er auch hier, obwohl die Statistiken von "größtmöglicher Sicherheit" bei dieser oder jener medizinischen Therapie berichten und diese unentwegt propagiert werden.
Was ich nicht wusste:
bei diesen Statistiken geht es immer um die Hypothese, um wieviele Jahre von einer hypothetischen Lebenserwartung die Patientin – möglicherweise! - länger lebt - also z.B. bei 10 Jahren und 10% "Chance" ein Lebensjahr dazu (wenn Frau die 10 überhaupt erreicht). Ein mehr oder weniger an Überlebensjahren ist also auch keine "Sicherheit".

(3) Eine weitere Illusion: Krebs ist absolut heilbar
Ich musste ein “ Immer – weiter“ lernen: es ist "mein Krebs", der mir lebenslang bleiben wird - so wie er ja auch schon im Gesunden vorher bei mir war.
Hierzu ein mündliches Zitat meines homöopathischen Krebsspezialistein
Dr. Spinedi: "der Krebs ist ein schlafender Tiger, wir müssen alles dafür tun, dass er schlafend bleibt."
So wird es auch immer wieder seelische und körperliche Engpässe geben - und sei es nur die Angst vor den Ergebnissen einer neuerlichen medizinischen Kontrolluntersuchung und die Konfrontation mit den Ergebnissen.
Wohl dem oder der, die gelernt haben um das Weh und Wohl des Engpasserlebens, wie wir dies als Gestaltleute nach Fritz Perls ja alle wissen und hoffentlich aus der Selbsterfahrung kennen. Diese immer wiederkehrenden Entscheidungen an Wegkreuzungen im Verlauf des Krebsgeschehens sind einfach engpass-trächtig. Dies zu wissen und im Gesunden erfahren zu haben - es gibt ein Durchkommen irgendwie! – alleine dies ist eine Riesen-Unterstützung in solchen Phasen, auch wenn es nichts von der Not und dem Schmerz im unmittelbaren Erleben nimmt.

(persönlicher Bericht)
An dieser Stelle möchte ich Ihnen mein eigenes initial - existenzielles Engpasserleben in Phase zwei meines Krebsprozesses anvertrauen: der Therapieplan nach entsprechender Diagnostik sah vor: beide Brüste total operieren! Ich war völlig verzweifelt, zumal zwei Teiloperationen sehr gut verlaufen waren. Auf meinem Weg durch die emotionale Hölle - inklusive gefühlte Hasstiraden auf alle "scheußlich Gesunden" - griff ich "zufällig" nach einem von einer Freundin geschenkten Buch. Es war die Nacht von Walpurgis – für uns Frauen noch dazu eine bedeutungsvolle Nacht -, und mir stockte der Atem: Über diese Buch öffnete sich unerwartet der Weg aus der Klammer des diagnostisch bestimmten Schicksals hin zu "ich kann mich wandeln und damit meine Zellen und meine existierenden Tumore“. Am nächsten Tag erbat ich mir sechs Wochen Operationsaufschub und startete die Psychoarbeit als "Intensive“. Nach sechs Wochen war die eine Brust frei, nach weiteren sechs Wochen wurde die andere teiloperiert mit überwiegend "gutartigen" Befunden.
Das war etwa der Zeitpunkt meiner oben erwähnten Euphorie und dem Angebot für dieses Minilecture. Es blieb in der Folge nicht bei diesem einen Engpass und die weiteren waren weitaus weniger katastrophal.
Das Buch war „The Journey“ von Brandon Bays (Lit. Liste Nr. 2).
Ich übte diesen Weg eigenständig, auch mit Unterstützung einer CD – wesentliche Elemente waren von mir als Gestaltfrau leicht zu praktizieren. Einige waren neu und interessant, wie z.B. die Übung des „Lagerfeuers“ (s. Lit.)
Zwischenzeitlich hatte ich auch Gelegenheit mit fachkundiger Begleitung einer Frau eine solche „Journey“ zu erfahren. In meinem Fall dauerte dies 4 Stunden! Eine lange Reise zum „wahren Selbst“!

2. transformation - Wandlung Veränderung
(1) In jenem oben zitierten Buch erfasste ich erstmalig, dass Zellen - eben auch kranke - durch entsprechende positive Energiezufuhr wandelbar sind, hin zu gesunden. Mir gefiel die typisch amerikanische Berichtweise der Autorin, die mir aus meiner Erfahrung in Amerika (ich habe dort ein Jahr gelebt in meiner prägsamsten Zeit von 15/16 Jahren) so vertraut war. Ich war emotional stark angerührt, musste Staunen und Lachen, das erste Mal seit meiner letzten Diagnose damals. Diese emotionale Lockerung gab mir neue Kraft und die Möglichkeit aus dem Engpass herauszukommen. Nach Lockerung meiner Starre, und der Wahrnehmung einer neuen Perspektive konnte ich mich aus dem Engpass hinaus bewegen. Ich konnte in die Expansion mit neuen Gefühlen der Zuversicht und konkreten Perspektiven hineingehen. Meine Umwelt war zunächst völlig perplex ob dieser Wandlung und neuen Aktivität.

In der weiteren Literatur fand ich diesbezüglich zunächst ein für mich bahnbrechendes Buch von dem Mediziner und Zellbiologen Bruce Lipton „Intelligente Zellen“ (Nummer 9 der Literaturliste).
In Nuce das Fazit seiner Forschungen und Erfahrungen mit Zellen: sie sind nicht zellkernbestimmt (wie bis dahin erforscht) sondern Membran-bestimmt also an der Außenhülle. Sie reagieren auf ihr Umfeld: bei förderlichen Einflüssen weiten sie sich und bewegen sich, sind friedlich und kooperativ. Bei schädlichen ziehen sie sich zusammen und tendieren zur Aggressivität.
Diese Theorie wendete er nun auch auf die gesamt- menschliche Befindlichkeit an und machte dabei erstaunliche Entdeckungen: Bei einem Experiment mit einer Medizinstudentengruppe über ein Jahr ging es um die Frage: weg von Konkurrenz und Aggression hin zu Kooperation und Soziabilität (Gemeinschaftssinn). Diese Studenten waren bei dem Versuch, ihre Examina an normalen amerikanischen Universitäten zu absolvieren gescheitert vor allem an dem Leistungsstreß und an Angstsymptomen bei den Prüfungen. Lipton versprach ihnen, dass alle am Ende des Jahres das Examen schaffen würden, wenn sie sich auf die neue Art des kooperativen Denkens und Handelns einlassen würden. Den Weg dorthin vermittelte er ihnen. Das Ergebnis war tatsächlich so, dass die Leistungen aller GruppenteilnehmerInnen sich verbesserten, alle ihre Prüfungen bestanden, und vor allem waren alle zur Zeit ihres Examens zuversichtlich gestimmt und angstfrei.
Es hatte sich ein neuartiges Unterstützungssystem zwischen ihnen entwickelt, das allen zugute kam!
Gemeinsam mit einem Psychologen entwickelte Lipton ein so genanntes
"Psych-K“ System zur Umsetzung dieser Erkenntnisse für ein gesunderes und erfüllteres Leben (Literaturnummer 15). Ich habe dieses System für mich angewendet. Es entspricht stark gestaltischen Prinzipien von präzieser Wahrnehmung, Motivierung, Aktivierung, Zielorientierung und Handlung. Hier also die unmittelbare Parallele zu unserem Kontaktzyklus. Es treffen sich also ein quantenphysikalisches Modell der Wirksamkeit von Energien mit einem bewährten psychologischen Modell aus der Gestalttherapie:
Veränderung ist möglich! Gestalt wirkt!
(2)Sie alle kennen die Forschungsergebnisse der Neurobiologen, die uns versichern, dass im Hirn neue Synapsen und Bahnungen durch Aktivierung bestimmter Emotionen und Emotions-Cluster erzeugt werden. (Hüther et. alii, Vorträge und Bücher). In einem kürzlich gehörten Vortrag begeisterte Hüther seine Zuhörerschaft für die "Begeisterungskultur", was ihm bestens gelang: Zitat: (Zusammenfassung): "Begeisterung ist der Dünger fürs Hirn. Neuroplastische Botenstoffe werden dadurch ausgeschüttet. Wo Erlebnisse in einem Zustand von Erregung (siehe "excitement“ von F. Perls) mit positiven Gefühlen gekoppelt werden, verringert sich die Angst und die tragende Beziehung kann nur Liebe sein. Je liebloser diese Welt desto schlimmer fürs Hirn". Diese Forschungen werden in der Traumatherapie (z.B. Reddemann) erfolgreich genutzt. Warum soll ich sie also nicht auch für meinen Umgang mit meinen "bösartigen" Zellen nutzen? Kann es überhaupt etwas
„ Bös – artiges“ - dem Bösen artig, also gefällig - geben? Entgegen allen diesen Erkenntnissen wird mir schulmedizinisch immer wieder eindringlich versichert, dass ausschließlich die Zerstörung meiner Zellen, also der aggressive Akt, der Weg des Heilens sei. Ob es denn wirklich heilt, darüber sind sich die Vertreter dieser Sicht allerdings nur statistisch und von Fall zu Fall im reinen. Die „unheilen“ Ausgänge sind offenbar nicht zu kontrollieren.
(3) Betrachtung der Zellen, unter der Perspektive Kooperation statt Aggression:
Dieser Zugang ist für mich ein tragender Booden des gestalttherapeutischen Konzeptes. Polaritätenarbeit steht m.E. auf diesem Grund (vgl. das Topdog/underdog –Konzept)
So identifizierte ich mich kürzlich in einer eigenen Polaritätenarbeit mit meinem Krebs als dem aggressiven „kranken“ Anteil und meinem gesunden als Gegenüber. Erstaunliches Ergebnis nach langem Ringen war, dass der Krebs als Aggressor sich mit seiner Aufgabe gar nicht so wohl fühlte, dennoch sehr kraftvoll und mächtig war. Wir erarbeiteten einen Kooperationsvertrag: statt im zerstörerischen Kontakt von Kampf zu verharren die versteckte positive Kraft im Krebsteil für den Gesamtorganismus für Wachstum zu nutzen. Dies in gegenseitiger Achtsamkeit und Wertschätzung als tägliche Übung im Kontakt.

Mit dieser inneren Haltung können auch offenbar Krebssymptome als Zeichen unerledigter Gestalten eher als Freund statt als Feind angenommen und belebt werden.



III. Das heilende Feld
Das "Feld" spielt in der Gestalttheorie eine fundamentale Rolle. Kurt Lewin ist uns als Feldforscher bekannt. "Das Handeln des Individuums spielt sich in einem raum-zeitlichen Feld ab. Alle Handlungen in diesem Feld stehen in einer Beziehung der Wechselwirkung zueinander“ (Zitat nach Lexikon der Gestalttherapie:
Blankerts/Doubrawa).
Diese frühen Forschungen decken sich mit solchen die sich auf die oben angesprochene "Quanten-Intelligenz" stützen. In Kurzform noch einmal: alle Materie bezieht ihre Existenz aus Energie ist somit stets in Bewegung und wandelbar. Solche Forschungen entsprechen auch uralten Weisheiten von Schamanen, Heiligen und den Ansätzen der neueren ganzheitlich arbeitenden Ärzte.
Ein philippinischer Heiler, den ich kennen lernen durfte, beschreibt sein Tun –das Durchdringen der äußeren Körpergrenzen mit seiner Hand - in folgenden Worten: "der Körper ist nur was wir uns vorstellen. Wenn der Strom des Göttlichen durch ihn fließt, hat er keine Dichte": Alex Orbito
Ein Schamane aus Grönland, mit dem ich mehrfach arbeiten durfte, vermittelt die Gewissheit vom Wandel der Energien in allen Kreaturen, also auch im menschlichen Organismus. Ich durfte das selbst erleben und bei anderen miterleben. Sein Name ist Angaangaq, sein kürzlich erschienenes Buch heißt „ Schmelzt das Eis in Euren Herzen“, Untertitel „Aufruf zu einem geistigen Klimawandel“ (Lit. Liste Nr. 17)

Im Rahmen meines Literaturstudiums zum Bereich "Heilendes Feld bei Krebs" und in meinen Begegnungen mit Praktizierenden der ganzheitlichen Betrachtung von Krebsgeschehen, stieß ich immer wieder auf eine Dreiheit von Bedingungen, die für ein Heil-werden der Person als notwendig erachtet werden, auch wenn unterschiedliche Begriffe für diese Bereiche verwendet werden. Ich wählte die Dreiheit materiell, psychisch, spirituell und habe auf dem Ihnen ausgehändigten Zettel eine lose begriffliche Zuordnung vorgenommen (kein Anspruch auf Vollständigkeit oder „Richtigket“), die Ihnen einen ungefähren Eindruck von den gemeinten Bereichen geben soll.



3 Bereiche im Feld der Selbstheilungskräfte



materiell psychisch spirituell

Körper Erfahrungen Vertrauen
Ernährung Gefühle Meditation
Zellen Visualisieren Hingabe
Neurobiologie Psychotherapien Natur
Denken Humanität, Zuwendung Energiearbeit
Medizin Homöopathie geistig, Glaube
linke Gehirnhälfte rechte Gehirnhälfte Loslösung, Anbindung



Nun sind es diese natürlich nicht abgegrenzte Bereiche. Sie durchmischen sich gegenseitig und umgeben in ständiger Bewegung das Individuum, dessen Selbst sich - wie uns Gestaltler/Innen bekannt ist - wiederum stets in Bewegung an der Grenze zur Umwelt entwickelt. Jeder Wandel in einem Feld wirkt sich auf alle anderen, also das Gesamtfeld, und somit auch auf den betroffenen Organismus aus.
Umso positiver die Bereiche geladen sind - im Sinne von förderlich für das Individuum - umso wohler dürfte sich das Individuum fühlen. Wohl fühlen heißt eher angstfrei und dem Leben zugewandt, "gesund“, oder gar „glücklich“ leben. Das heißt nicht konfliktfrei, eher konfliktfähig und konfliktbereit, da beweglich und stets in kreativer Anpassung. Hierzu habe ich das kleine Schaubild auf dem Zettel der Ihnen ausgehändigt wurde aufgemalt, vielleicht hilft es zum Verständnis.

IV. Zum Schluss
Ein Zitat: „Offenbar entschließt sich die menschliche Lebenskraft, wenn sie mit einer chronischen Krankheit beladen ist, zur Bildung eines Lokalübels an irgend einem äußeren Teile bloß aus der Absicht…… um das innere Übel zu beschwichtigen und sozusagen auf ein stellvertretendes Lokal- Übel zu übertragen. Es dahin gleichsam abzuleiten ……. indessen bleibt immer das Lokal-Übel weiter nichts als ein Teil der Gesamtkrankheit ….. an eine gefahrlose Stelle des Körpers hin verlegt, um das innere Leiden zu beschwichtigen …… es wird aber durch dieses die innere Krankheit zum Schweigen bringende Lokalsymptom von Seiten der Lebenskraft für die Minderung oder Heilung des Gesamtübels (so) wenig gewonnen …". Dies ist ein zusammengefasstes und zum Hören verkürztes Zitat des Schöpfers der Homöopathie Samuel Hahnemann aus seinem Werk nachzitiert nach Wurster, (Literaturnummer 16) aus der Zeit vor etwa 200Jahren! Wie wahr!
Da mich der Hahnemann’sche Zugang zum gesunden Menschen schon seit Jahrzehnten überzeugt – er hat soviel Parallelen zum gestaltischen – bin ich seit 2 Jahren auch in klassisch homöopathischer Behandlung bei Spezialisten auf dem Gebiet der Krebsbehandlung. (Kontaktadressen kann ich gerne weitergeben ).
Das "Gesamt-Übel" zu heilen - darin sah und sehe ich immer noch in meiner Arbeit mit psychosomatisch erkrankten Menschen meine Orientierung in der Gestalttherapie.
Das gilt nun also auch für mich!
Somit wäre ich doch wieder bei meinem ursprünglichen Titel gelandet:
Wieviel Psychosomatik bei Krebs?
Antwort: eine Menge!
…und da Krebs in den Bereich der chronischen Krankheiten zu zählen ist, bleibt es wohl eine lebenslange Aufgabe des oder der Betroffenen, das „Gesamtübel“ mir Achtsamkeit auf allen drei Ebenen des angesprochenen heilenden Feldes zu begleiten und mögliche neue "Übel" im äußeren Bereich zu konfrontieren bzw. die Notwendigkeit von deren weiterer Bildung zu aufzuheben. Hüther sagt :“Glück hat nichts mit einem bequemen Leben zu tun.“

Ich vermeide den Begriff „Krankheit“ bei meiner Betrachtung des Krebs, weil diese Benennung eher statisch definitorisch ist, es sich meines Erachtens gerade bei diesem Symptombild aber um einen hoch-energetischen Prozess handelt. Zudem betont er den Aspekt des Nicht-Gesunden, was der krebsbetroffenen Persönlichkeit keine heilende Unterstützung ist. (s.o.) Es geht meines Erachtens eher um eine tief gefühlte „Gesundheit in Verbundenheit mit Natur und dem Göttlichen in uns und über uns hinaus". So sehe ich die Aufgabe der Gestalttherapie darin: immer wieder zu überprüfen ob das "Grundübel" erfaßt wurde und auch „erlöst“ werden konnte.
"There is no end of integration" sagte Perls.
"There is no end of transformation" sage ich, auch bei Krebs. (Lit:”Insider”, Nr. Liste 10)
Ich glaube, dass in der Zukunft die neuartigen Heilwege - so nenne ich sie gerne an Stelle von „alternativ, additiv, komplementär oder unkonventionell“, - also dass in der Zukunft die neuartigen Heilwege weiter entwickelt und genutzt werden. Schon jetzt zeichnet sich dieser Trend deutlich ab. Dazu empfehle ich für Interessierte auf diesem Feld ein 800-seitiges Nachschlagewerk eines Arztes mit dem Titel "Chemotherapie heilt Krebs, und die Erde ist eine Scheibe" (Literaturnummer 4).
Es gibt Perspektiven zum Heil-Werden; es gibt Wahlmöglichkeiten; ich kann sie ergreifen und mich auf den Prozeß des Lebens neu einlassen. (hierzu „Insider“ s.o., Gestalttherapie gehört eindeutig zu diesen sinnvoll einsetzbaren Unterstützungswegen, ein wesentlicher Teil!

Ich danke Ihnen/Euch für Eurer Aufmerksamkeit!